Ein kreativer Weg die Stadt zu erleben: Serve the City

Die Aktionswoche für soziales Kurzzeitengagement Serve the City läuft bei uns in Bremen jetzt zum siebten mal. Über die Stadt verteilt werden in 40 Aktionen Räume renoviert, Ausflüge gemacht, Gärten gestaltet, ein Baumhaus aufgefrischt und kulturverbindende Tänze eingeübt. All dies dient zur Verständigung, zum Brückenbauen unter verschiedenen Menschen aus allen möglichen kulturellen und religiösen Hintergründen, sowie zur Förderung einer Atmosphäre der Freundlichkeit und Offenheit in der Stadt.

Heute war ich als Fotograf bei der Bremer Tafel und habe erstaunliche, sehr nette Menschen kennen gelernt mit bemerkenswerten Biographien. Alle packten an, sortierten Lebensmittel und bereiteten die Lagerhalle für die Gäste vor.

Als Pastor einer evangelischen Freikirche habe ich immer nach einer solchen Möglichkeit gesucht sich auf einfache Weise praktisch für die Belange anderer zu engagieren ohne dabei Menschen von religiösen Dingen überzeugen zu wollen. Nach meinem Verständnis sind die Jesusleute genau dazu da um im Dienst eingesetzt sich die Finger dreckig zu machen, Grenzen zu überqueren zwischen arm und reich, alt und jung, gebildet und weniger gebildet, geflüchtet und alteingesessen usw. Das internationale Motto von Serve the City lautet „Cross the Line“, ins Leben gerufen vom Gründer Carlton Deal in Brüssel. Eine großartige Motivation und Inspiration ist dieser Slogan für mich. Hier ist das Motto in einem Video umgesetzt:

Also mach ich in dieser Woche wie immer in den letzten 7 Jahren mit bei verschiedenen Aktionen in der Stadt und im Dokuteam. Es macht mir Spaß nette Menschen kennen zu lernen, sich mit anderen für großartige Initiativen einzusetzen und das Gefühl zu kultivieren gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles zu tun. Seitdem ich dabei bin sehe ich die Stadt mit anderen Augen. Ich kenne ganz andere Ecken, habe viel Respekt gewonnen gegenüber den zahlreichen Engagierten, die aus unterschiedlichsten Gründen Zeit und Energie aufwenden um Bedürftigen, Benachteiligten oder Beeinträchtigten zu dienen. Oder die etwas tun für den sozialen Zusammenhalt und eine Atmosphäre der Wertschätzung in der Stadt.

Veröffentlicht unter Erlebtes, Gedankenschnipsel | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Ein weggerollter Stein und ein leeres Grab – Sehnsucht nach dem Nichts

In einer hypervernetzten Welt, in der wir ständig on und kontaktbar sind und in der unsere Terminkalender und Köpfe vollgestopft sind, erscheint mir das Betreten der Dimension der Stille und des Nichts um so wichtiger.

Seit geraumer Zeit beschleicht mich jedenfalls eine starke Sehnsucht danach. In der momentanen Phase möchte ich weder mehr Liebe, Wahrheit, Kraft oder irgendetwas haben. Auch auf Geschichten jeglicher Art kann ich mich nicht einlassen.

Am liebsten hätte ich mehr Nichts, wenn das überhaupt geht und Sinn macht. Meister Eckhart interpretierte eine Aussage des Neuen Testaments auf interessante Art und Weise. Er meinte, der Satz „Nichts ist ohne ihn entstanden“ (Joh 1,3b) bezöge sich auf eben das Nichts, das Christus hervorgebracht habe.

Natürlich ist Nichts kein Etwas, daher ist diese Betrachtungsweise sprachlich und inhaltlich schwer zu fassen. Dennoch wird damit etwas Wesentliches von der Realität des Seins, das größtenteils aus leeren Räumen besteht (z.B. auf atomarer Ebene) bezeichnet.

Im Auge eines Hurricanes, in dem die Stille des Nichts herrscht, möchte ich sein und das Auge des Sturms darf in mir sein. Dazu meditiere und betrachte ich…

  • Die Leere des Grabes
  • Die Stelle, an der der Stein lag und an der nun nichts ist
  • Das Nichts zwischen den Cherubinen, die auf der Bundeslade thronen
  • Die Leere des Raumes um mich herum und zwischen den Möbelstücken
  • Die Lücken zwischen Gedanken und Worten
  • Ebenso kann es dienlich sein, alles, was ich an mir trage (Uhr, Smartphone, Schlüssel) in eine Schale zu legen
  • Vielleicht sende ich jemandem oder mir selbst als Erinnerung das hier „(                       )“

All dies dient der Tuchfühlung mit der Dimension der Stille und Leere. Diese hat einen großen Wert an sich. Ich möchte gerne Platz schaffen in meinem Inneren. Einen Raum der Leere, des Nichts betreten. In ihm sein und leben. Ich weiß, dass er da ist. Doch die permanente mich umgebende Unruhe macht es zu einem Kunststück, in dieser Entleertheit zu verweilen.

Aus der Dimension der Leere und Stille des Grabes trat jedoch der Auferstandene heraus. Aus ihr erstand neues Leben. Aus ihr entsprang die neue Schöpfung. Aus ihr gewannen Menschen kreative Liebe und brachten mit ihr die Friedensbotschaft Jesu in eine neue lebendige kollektive Gestalt. All die positiven Dinge auf der Erde entspringen ihr. Wenn z.B. Menschen mit Geflüchteten zusammen leben und arbeiten, wenn sie helfen, heilen und die weltgestaltende Kraft des Guten nutzen, wenn Kreativität und Innovation Platz gegeben wird, dann oft aus Berührung mit dem eigenen Tiefenbewusstsein, in dem Stille und Leere sind.

 

Veröffentlicht unter Gedankenschnipsel, Meditation | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Warum Jesus Beachtung schenken?

Warum lohnt es sich Jesus Beachtung zu schenken? Warum lohnt es sich ihn heute zu beachten? Eine gute Frage, wie ich finde.

Dieses Bild „Christ in the Breadline“ von Fritz Eichenberg (1901-1990), Quaker und Teil der katholischen Arbeiterbewegung zeigt uns Jesus inmitten einer Schlange von Menschen, die für Brot anstehen. Das Bild wurde für die katholische Arbeiterbewegung geschaffen und wurde mit ihr identifiziert. Es zeigt eine aus der Zeit der Great Depression (die schwere Wirtschaftskrise in den USA in den 1930er Jahren) Schlange aus leidenden Menschen, die auf etwas zu essen warten. Mitten drin in der Linie steht ein bescheiden aussehender Charakter, der deutlich als Jesus identifizierbar ist. Hier findet man einen „Jesus des Volkes“.

An dieser Darstellung gefällt mir besonders die Verwundbarkeit des Christus, der sich hier einreiht in eine Linie der Wartenden. Er steht und schleppt sich einfach mit ihnen voran. Er drängelt sich nicht vor, sondern ist präsent mit den offenbar Frierenden und Hungernden.

Offenbar liebt es Jesus sich bei den Armen aufzuhalten. Das gibt mir zu denken, wenn ich mir die Frage stelle „Wo hält sich Jesus heute auf? Und wo halte ich mich auf?“.

Das Bild, das Fritz Eichenberg zeichnete, ist ein wie ich finde sehr zukunftsweisendes und zutreffendes Bild des Christus. Jesaja 42,1-4 und Lukas 7,18-23 u.a. weisen den Weg zu einem solchen Verstehen. Darin wird auf die Dienstbereitschaft des „Gottesknechts“ hingewiesen, der nicht aufhören wird sich für Gerechtigkeit auf Erden einzusetzen. Diese Gerechtigkeit, eine Wiedergutmachung der Dinge, eine Heilung und Integration betrifft besonders die Armen, Abgeschriebenen, Tauben, Unreinen und Blinden.

Auf den Punkt gebracht ist die Verwundbarkeit Gottes eine starker Grund für mich zu glauben. Sie steht im Gegensatz zu allen Versuchen engstirnige Lehrargumente zu konstruieren, Zugang zu Gott zu beschränken anhand von moralischen und rituellen Identitätsmerkmalen einer Gruppe, sowie Zweifel, Fragen und Widerspruch zum Schweigen zu bringen. Es lohnt sich Jesus zu beachten, weil wir es nicht müssen. Wir können seiner Geschichte zuhören und in sie eintreten, weil es eine offene ist. Sie erlaubt Varianten. Sie erlaubt sogar Widersprüche und Gegenentwürfe. Und in diesem Konzert der Bilder und Erzählungen kann man Jesus sehen. Und ich glaube, dass es stimmt: Menschen wollen einem „Jesus des Volkes“ durchaus nahe und ihm ähnlich sein.

Hier ein Beitrag des mennonitischen Theologen Ted Grimsrud zur weiteren Vertiefung.

 

Veröffentlicht unter Erlesenes, Text der Woche | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Eine Fahrt entlang der Lagerstraße zum Massengrab (Bremen-Farge, Schwanewede, Neuenkirchen)

Vorbei an den Dünenrücken
Bewachsen von Kiefern, Moos und Birken
Gemächlichen Fortkommens in die Pedale tretend
Auf dem knirschenden Kreuselbelag des Weges

Der Hund voraus und vorneweg
Um nichts zu verpassen
Von der Lebendigkeit der Schöpfung
Und der Freude des Seins

Gelangten wir abseits einer lautstarken Übung
Die offenbar militärischem Zwecke diente
Immer näher zu unserem Ziel
Zu den 783 durch Zwangsarbeit Ermordeten
Vor allem polnischer und russischer Herkunft


Absteigend vom Rad bleib ich stehen und schaue
Auf das Kreuz das erinnert an den
Irischen Seemann Patrick Green 
der dort verscharrt mit den andren

Um 1949 wieder umgebettet zu werden auf ein Friedhof
In Bremen-Osterholz
Zusammen mit den andren 782


Wie immer denke ich an Patrick Migdal
Der erzählte wie beim Bau des Bunkers Valentin
Erbrochenes musste er essen
Wie ein Hund musste er bellen
Wässrige Suppe musste er löffeln

Während die Aufseher voller Herrschaftsgift im Hirn
Sich einen grinsten und sich weideten
An der Entmenschlichung der Vielen
Und der sadistisch höhnischen Behandlung des Einzelnen
Mit der man nicht mal umginge mit einem Tiere
selbst als ärgster Feind

Die 783 brachten wie immer
Ein oder zwei Tränen hervor
Und das verwehende Schweigen der Umgebung

Der drei Zypressen grün und lebensfördernd
doch das Grauen bezeugend wie die Findlinge
die stumm und mit Gewicht
Erinnern und ehren
die Qualvoll Ermordeten und Verscharrten

Und das Ganze bei mir um die Ecke
Vor nicht allzu langer Zeit
Um nicht zu sagen vor Kurzem
Geschichtlich betrachtet

Geschichtslehrpfad.de Dokumentations- und Gedenkstätte Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker

Geschichtslehrpfad Flyer

Handy Guide

 

Veröffentlicht unter Erlebtes | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

„Woher kommst du? Wohin gehst du?“ – Eine Frage an eine schwangere Geflüchtete, Genesis 16

Die Frage: Woher kommst du? Wohin gehst du?

beinhaltet mehrere Dimensionen.

Man kann in der Antwort erklären, woher man jetzt physisch gerade kommt.

Und wohin man sich begeben möchte, wenn man es weiß.

Wenn man dann weiterfragt: Woher kommst du ursprünglich?

wird es schon komplexer.

Die Antwort könnte auf ein anderes Land bezogen sein, ein Landesteil, eine andere Stadt oder auch nur Stadtteil.

Wenn dann gefragt wird: Woher kommt deine Familie / deine Vorfahren?

Dann würden in meinem Fall Worte fallen wie Polen, Eisleben, Litauen und Schweiz….

Die Frage ist vielschichtig

und hat mehrere Dimensionen.

Man könnte auch Fragen:

Woher kommst du gedanklich gerade?

Woher kommst du in Bezug auf deine Erfahrungen?

Wo bist du jetzt?

Wo gehst du hin?

Viele fragen sich das im Moment auch selbst.
Sie sind einige Zeit hier und reflektieren.
Woher kommen wir?
Wollen wir bleiben?
Wohin gehen wir?

So betritt der / die Gefragte eine tiefere Ebene.

Indem die Vergangenheit beobachtet

und die Zukunft antizipiert wird,

entsteht eine dichtere Verbindung zum ewigen Jetzt.

Zum Hier-Sein.

Und so begebe ich mich in einen Freiraum,

in dem ich ansprechbar,

berührbar bin.

Woher kommst du?

Wohin gehst du?

Wie ist das zu verstehen, dass Gott, der immer im Jetzt-Da-Seiende, einer schwangeren Flüchtlingsfrau namens Hagar genau diese beiden Fragen stellt?

Genesis 16

8 Der {der Bote Adonais} sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her und wo willst du hin?

Und Hagar wird dadurch in ihr Leben zurückgeführt.

Es ist äußerst bemerkenswert, dass der Gott Israels, der eigentlich eine Geschichte mit Abraham und Sara schreiben wollte, nun eine schwangere geflüchtete Frau mit Namen anspricht.

Es ist wohl die einzige Stelle in der altvorderorientalischen Literatur, in der eine Gottheit eine Frau mit Namen anspricht,

zumal auch noch eine ägyptische entflohene Sklavin!

Es entspinnt sich ein Dialog mit Gott, der ihren Namen ausspricht als wäre sie seine Freundin.

Dieselben Vokabeln für einen umfassenden Segen werden in einem Segenszuspruch für sie verwendet, wie für Abraham, den Vater des Glaubens.

Die Worte des Ewigen,
die Worte der Bibel ziehen uns in eine

Atmosphäre von wacher Präsenz.

Wenn wir einen Bibeltext anschauen

oder besser,

von ihm angeschaut werden,

dann dient das dazu,

dass wir wach werden für uns selbst,
und Gott und unsere Mitmenschen.

So auch bei Hagar.

Sie wird von 2 Milliarden Menschen auf diesem Planeten als „Mutter des Glaubens“ verehrt.

Kein Wunder, gebiert sie doch Ismael, auf dem neben Isaak ebenfalls die Verheißung Gottes ruht.

Und es entsteht eine Brücke zwischen Judentum, Islam und Christentum, auch wenn es drei verschiedene Religionen sind.

Denn Hagar hörte die Fragen, die ihre an ihrem eigenen Unwert verhafteten Vorstellungen aufbrachen.

Eine göttliche Sicht auf ihre Situation kam durch diese Fragen in ihr Leben.

Mit einer neuen Sicht brach sie wieder auf und begab sich in eine schwierige Situation mit neuem Selbstbewusstsein und Wertgefühl für sich und ihren Sohn.

Veröffentlicht unter Meditation, Text der Woche | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Das Dank-Experiment: Danken statt Denken!

Natürlich klingt diese Blogpost-Überschrift plakativ und sie ist es auch. Doch das Dank-Experiment, das ich seit einer Woche durchführe, führt tatsächlich zu einer stimmigeren Sicht meiner Lebenssituation. Es dient außerdem dazu, dass es mir besser geht.

Die Prämisse hinter diesem Dank-Experiment lautet: Meine Unvollkommenheiten, Baustellen am Arbeitsplatz und in der Familie, die eigenen Schwachheiten und selbst meine Wahrnehmung der Dinge stellen nicht das letztgültige Kriterium dar für ein Erfassen der Wirklichkeit.

Durch positives Denken, rauschhafte Substanzen, Fantasiereisen o.ä. kann ich mir meine Lebenssituationen zwar schönreden, trinken oder auch einfach auf Abstand gehen. Doch den Abgleich mit der Realität, eine Bejahung oder gar Veränderung zum Guten erreiche ich so nicht.

Durch Danken aber rede ich mir die Realität nicht schön, sondern ich breche zur Wahrheit durch!

Und so funktioniert das Dank-Experiment: Jedes Mal, wenn ein Schatten oder eine schwere Schwärze durch meine Gedankenwelt huscht wegen der Menschen, die mir wichtig sind, oder wegen bedrückender Umstände im Betrieb, dann danke ich unmittelbar für diese Menschen, den Betrieb oder die Gemeinschaft, in der es nicht rund läuft.

Seit Einführung dieser Dank-Schranke sehe ich die Welt und mein Leben wieder anders. Und erzähle anders darüber. Und sehe anders aus in meinem Gesicht. Den Vorgang an sich kennt man vielleicht aus der Psychologie o.ä., doch es passiert auch etwas Geheimnisvolles. Innere Zerrissenheit weicht einer Stimmigkeit mit der Wirklichkeit. Durch den Ausdruck von Dank fühle ich mich der Realität näher! Sie wird farbenfroher, bunter und leuchtender – also erheblich realer.

Dabei geht es nicht darum sich dankbar zu fühlen oder überhaupt etwas zu fühlen! Es geht nicht ums Fühlen sondern ums Danken. Es geht nicht ums Denken sondern ums Danken. Das ist etwas anderes, wenn ich drohe in den Zerbrochenheiten der Welt oder der Lebenssituationen zu versinken, dann aber „Stopp!“ zu sagen und „Hey, Danke für ….. !“ zu formulieren. Eine neue veränderte Sicht der Wirklichkeit hat mich wieder. In einem Moment.

Und wenn ich nichts habe, das mich beschwert, oder wofür ich einen Moment des Danks einschalten möchte, dann sage ich: „Danke für das Jetzt!“ – und mach eine kleine persönliche Jetzt-Party! So hat man den Vorteil, dass man auch immer gleich etwas zu feiern hat. Wenn man für den jetzigen Augenblick dankt, kann man ihn wertschätzen, bejahen und annehmen, welche äußere Form er auch gerade hat.

Es ist schließlich nicht nur wichtig, wie die Welt und Lebensumstände sind, sondern WORAUF man schaut und noch wichtiger ist die Art und Weise WIE man die Realität betrachtet. Eine stimmigere positivere Lebenshaltung kann die Folge sein. Das ist keine Technik und keine Methode um ihrer selbst willen, sondern eine existenzielle Erfahrung, die tröstet, aufbaut und eine Potenzial zur Veränderung zum Guten für einen selbst bereit hält.

Das Buch „Kohelet“ aus dem Ersten Testament scheint mir besonders gut dazu geeignet, ein stimmiges Leben mit eingebauter „Dank-Schranke“ zu führen. Das Buch beschreibt das Experiment einer konsequenten Lebensführung und -betrachtung aus dem Blickwinkel des irdischen täglich Vorfindlichen, wie z.B. hier ersichtlich:

Koh 9,7 Geh, iss dein Brot in Freude und trinke frohen Herzens deinen Wein. Denn Gott gefällt seit langem schon, was du tust. Zu jeder Zeit seien deine Kleider weiß, und es fehle nie das Öl auf deinem Haupt. Genieße das Leben mit dem Menschen, den du liebst…

Darüber hinaus weist es jedoch an bestimmten Schlüsselstellen auf eine tiefer liegende Wirklichkeit hin, die jenseits des Beobachtbaren, täglich Erfahrenen und Wahrgenommenen mit allen Limitationen und Brüchen, durchschimmert. Zu ihr gilt es einen Zugang in sich selbst offen zu halten und sich in die Dimension der Zeitlosigkeit fallen zu lassen.

Koh 12,13 Zu guter Letzt lasst uns das Wichtigste von allem hören: Begegne Gott mit Ehrfurcht, und halte seine Gebote! Das gilt für jeden Menschen.

Beides fällt zusammen und wird ineinander verschlungen integriert, indem das Dank-Experiment durchgeführt wird. Bei einem Gedankengang, wie er auch sei, z.B. dem jetzigen, während du das liest, z.B. zu sagen: „Danke, dass ich hier sitzen kann.“

Und es ist seltsam: Die Welt um mich herum bekommt auf einmal eine andere Farbe. Sie ist intensiver, irgendwie mehr Rottöne sind darinnen, aber nicht nur. Irgendwie ist alles bunt.

Veröffentlicht unter Erlebtes, Text der Woche | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

We may get tired, but we have to keep singing! Keep sharing!

This is a great encouraging and inspiring speech from Canadian „Postmodern Psalmist“ (Bono) Bruce Cockburn at the Folk Alliance People’s Voice Awards on Feb15, 2017. He encourages everyone to be creative and truthful in expressing reality the way one experiences it. The singers and artists can be a decisive voice in the consciousness of a society. In the fantasy world of alternative facts everyone is called to be a channel of the real!

Here is a little taste of his blunt and energizing words:

„Ok… all politicians, all human beings, operate from mixed motives. It’s always tempting to think that what’s good for me is good for you too. That’s why we need to have dialogue, debate, respect for each others’ opinions and feelings. Especially if you want to run a democracy, you must value the expression of these things. Based on that, it seems evident that the current administration is not much interested in democracy. I don’t know, maybe their supporters are tired of the responsibility… but somewhere in the steaming ocean of bullshit they’re creating is a place for, a definite need for, truth.“

„And what truth are we best in a position to encourage? Obviously communication: community. The specific content of a given song is of less consequence than the way in which that song can be a focal point for collective energy.“

„Just fucking tell it like you see it and feel it. If you don’t see it and feel it, write about something else. Songs need to come from the heart or they don’t count for much.“

To me this is one of the highlight sentences. I think it can apply to writers, preachers, contemplatives and everyone else as well.

Here’s the video and here’s the transcript of the speech.

Veröffentlicht unter Erlesenes, Musik | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen